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EINE WANDERUNG
Mit stetigem Schritt, regelmäßigem Kippen der Hüften und leichtem Schwingen der Arme, in gleichbleibendem Rhythmus laufe ich, locker, jeder Schritt ein Takt, eine Unterteilung des Weges, die kleinste Einheit einer Strecke, von meinen Füßen gut getragen. Knirschend über loses Geröll, dann über Asphalt, Autos brausen vorbei und reißen Löcher in den Fluss der Gedanken, dann lautlos über Moos und Gras.
In einem Dorf, mittags, verbringe ich Stunden, trinke griechischen Kaffee und Ouzo. „Für dich“, sagt die Frau mit einem Lächeln, das nur kurz und kaum zu erkennen zwischen ihren Lippen aufspringt, während die Geräusche der Straße gedämpft und wie aus weiter Ferne in die kühle Dämmrigkeit des Raumes dringen. Ein alter Mann lacht heiser, zahnlos, er hebt gestikulierend die Hände und auch die anderen lachen leise. Die warme Luft, die durch die offene Tür hereinstreicht, riecht nach Staub und nach Oleander.
Da wird die Zeit dickflüssig, legt sich weich und bittersüß unter die Haut, im trägen Genuss der Fremdheit. Die anbrechende Nacht begleitet den Rückweg mit einem zarten rosa Streifen am Horizont und darüber indigo, indigo.
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